In der Asylbewerberunterkunft Unna-Massen
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Artikel aus Rundblick Unna

 

Flüchtlinge in Unna: “Platz ist da!”

 

Geschrieben von Silvia Rinke am 12. Dezember 2014 in Politik+Gesellschaft, Tagesthema, Veranstaltungen

Die Diskussion um die Wiedernutzung der früheren Landesstelle Massen als Flüchtlingsunterkunft wollen die Grünen mit Fakten füttern. Sie laden für Mittwoch, 17. 12, zur Vorführung des Films „Platz ist da“ ein.

Der Dortmunder Filmemacher Horst Herz hat diesen Film in der ehemaligen Landesstelle Massen gedreht. Er wird selbst bei der Vorführung anwesend sein, die um 19 Uhr in der Gaststätte Agethen an der Hertingerstraße 10 beginnt.

Die Landesstelle an der Buderusstraße ist heute eine wichtige Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge, unterstreichen die Grünen. Im Film erzählen Menschen, die in Unna vorübergehend eine Bleibe gefunden haben, warum sie aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Der Film beschäftigt sich auch mit der aktuellen räumlichen Situation in der Landesstelle. Wieso stehen so viele Häuser leer? Wie entwickelt sich die Institution in der Nachbarschaft zu einer Privatuniversität?

“Horst Herz wird seine Sicht der Lage mit uns diskutieren”, schreiben die Grünen in ihrer Einladung. “Wir wollen zudem konkret besprechen: Wie kann verstärktes bürgerschaftliches Engagement für die geflüchteten Menschen in Massen aussehen?”

Für die Grünen besteht an der Notwendigkeit, die Ex-Landesstelle wieder faktisch so zu nutzen, nicht der geringste Zweifel. “In einem dringenden Appell fordern Hilfsorganisationen, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Und mehr als 2 Millionen Geflüchtete leben unter ärmsten Bedingungen in libanesischen und jordanischen Lagern. Aus zahlreichen anderen Ländern flüchten Menschen nach Europa.Was haben wir in Unna damit zu tun? Wie können sich Unnaer Bürgerinnen und Bürger dafür engagieren, dass die bei uns eintreffenden Flüchtlinge in einer menschenwürdigen Umgebung leben?  – Unnas Grüne wollen diese Fragen öffentlich stellen und Antworten darauf suchen.”

 

Kommentare

 

13. Dezember 2014 um 11:31 |

Vielleicht sollten manche der Kommentatoren mal mit Ihren Großeltern oder Urgroßeltern unterhalten, wie man sich fühlt, wenn man aus seiner Heimat vertrieben wird oder auf Grund von Kriegshandlungen fliehen muss. Es gibt kaum eine Familie in unserem Land, welche in den letzten 100 Jahren nicht von Flucht und Vertreibung betroffen waren. Umso wichtiger, dass man vor dem Hintergrund des Leids nicht weg schaut, sondern den Menschen einen sicheren Platz bietet. Für manche Kommentare hier fehlen mir echt die Worte!


                 


13. Dezember 2014 um 12:09 |

Ganz genau und diese unsere Urgroßeltern und Großeltern haben ihre Knochen geopfert um Deutschland wieder aufzubauen, waren froh über jedes bisschen Lebensmittel, haben sich auch mit 6 Leuten ein Zimmer geteilt, haben nicht nach großen Wohnungen verlangt, erst Recht nicht nach vollständiger Ausstattung und waren froh wenn sie eine kleine Kochplatte besaßen! Und heute dürfen die meisten davon sehen wie sie mit Minirente über die Runden kommen und schämen sich zum Amt zu gehen!


 

18. Dezember 2014 um 0:29 |

Ich komme gerade von der Veranstaltung. Niemand von den FlüchtlingsgegnerInnen war anwesend, man hat sich jedenfalls nicht unter den vielen interessierten Menschen, die da waren, zu erkennen gegeben. Soweit zur Zivilcourage dieser Leute. Eine Wirkung hatten die üblen Kommentare wohl schon: die Polizei war angerückt, zum Glück gab es für die keine Arbeit. Und zu den Leuten ohne Geschichtswissen: die Flüchtlinge nach dem Krieg aus dem Osten waren bei vielen “Alteingesessenen” oft auch nicht wohlgelitten, wurden als “Polacken”, “frech”, “unverschämt” usw. beschimpft, das auch noch Jahrzehnte nach dem Krieg, da bin ich durchaus Ohrenzeugin. Diese Geschichte der Dummheit und Borniertheit wiederholt sich halt heute.

 

 

 

KINOTERMINE/VERANSTALTUNGEN

FILMVERANSTALTUNG MIT DISKUSSION ZUR UNTBRINGUNG VON FLÜCHTLINGEN IN DER EHEMALIGEN LANDESSTELLE UNNA MASSEN

DER FILM “PLATZ IST DA”/ 70´´/D2014

WANN? - AM MI, 17.12., 19:00 Uhr,

WO? - Gaststätte Agehten, 59423 UNNA

Hertingerstraße 10, Tel: 02303 / 25 49 69

Hauptdarsteller Siegfried Pogadl, Filmemacher Horst Herz u.a. nehmen nach der Filmvorführung an der Podiumsdiskussion teil. Der Film entstand in Kooperation mit dem WDR. Gefördert von der Filmstiftung NRW.

SUNDERWEG 1 - D 44147 DORTMUND - mail: hherz@filmsite.de www.filmsite.de

Filmvorführung von "Platz ist da" mit dem Filmemacher Horst Herz auf Anfrage unter mail: hherz@online.de

 

Geschichte der Landesstelle 

(Quelle Wikipedia)

Die Landesstelle für Aussiedler, Zuwanderer und ausländische Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen, Unna-Massen, ab 2008: Kompetenzzentrum für Integration war von 1951 - 2009 die erste wichtige Station für viele Zuwanderinnen und Zuwanderer in einer neuen Heimat. Insgesamt gesehen war die ursprüngliche Landesstelle in Unna-Massen bisher für mehr als 2 Millionen Menschen aus über 100 Ländern der Erde erste Anlaufstelle des Landes Nordrhein-Westfalen.

Aufgrund des starken Rückgangs der Einreisewilligen wurde die Landestelle am 30. Juni 2009 geschlossen. Aussiedler, Zuwanderer und ausländische Flüchtlinge werden nun direkt an die Kommunen verwiesen.

 

Chronik

November 1945 Die britische Militärregierung gründet in der Wellersberg-Kaserne in Siegen das Hauptdurchgangslager für deutsche Kriegsflüchtlinge und Vertriebene. Diese stammten vor allem aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen aber auch aus anderen Ländern Osteuropas.

 

1948 Zum 1. April 1948 übernimmt der Sozialminister des Landes Nordrhein-Westfalen die Einrichtung.1951 Am 20. Mai 1951 beginnen in Unna-Massen die Bauarbeiten für die neue Landesaufnahmestelle mit 1.500 Plätzen.

 

Juni 1953 Volksaufstand in der DDR 1956-1958 Vor dem Hintergrund des großen Zustroms von Flüchtlingen aus der DDR wird die Liegenschaft  in zwei Bauabschnitten auf 153 Häuser erweitert. Die Aufnahmekapazität steigt dadurch auf 3.000 Personen. Darüber hinaus errichtet die Landesregierung NRW in anderen Bundesländern weitere sog. Gastlager.

 

13. August 1961 Bau der Berliner Mauer 1961 Bis zum Mauerbau erreicht die Zahl der Zugänge aus der DDR in diesem Jahr mit 32.087 Menschen einen Höhepunkt. 1978 – 1980 Das Schiff „Kap Anamur“ rettet mehrere Tausend „Boatpeople“ aus Indochina. Ein großer Teil dieser Flüchtlinge wird in der Landesstelle Unna-Massen aufgenommen.

 

9. November 1989 Fall der Berliner Mauer 1987– 1990 Konsequenz aus Gorbatschows Reformpolitik „Perestroika“ und „Glasnost“: Die Ausreisen Russlanddeutscher aus der Sowjetunion steigen kontinuierlich an. Mehr als 420.000 Aussiedler aus Osteuropa sowie Übersiedler aus der DDR werden in diesem Zeitraum in der Landesstelle aufgenommen.

 

1988 – 1989 Aufgrund der stark ansteigenden Zugänge  wird die Aufnahmekapazität der Landesstelle auf 3.600 Plätze erweitert.

Zur Aufnahme der Übersiedler aus der DDR werden vorübergehend 65 Außenstellen mit über 9.000 Plätzen eingerichtet. Außerdem errichtet die Landesstelle zwei neue Verwaltungsgebäude.

 

1990 Die Landesstelle nimmt im Rahmen einer humanitären Hilfsmaßnahme 900 albanische Botschaftsflüchtlinge auf. 1990/1991 Seit dem Zerfall des kommunistischen Systems kommen hauptsächlich Spätaussiedler und jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion nach Unna-Massen.

 

1991 Im Rahmen einer humanitären Regelung zwischen Bund und Ländern werden jüdische Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland aufgenommen.

 

1992 800 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina werden auf Grund einer humanitären Vereinbarung zwischen Bund und Ländern in Unna-Massen aufgenommen.

 

1994 Die Landesstelle wird durch den Bau von sechs Wohnhäusern erneut erweitert. 1999 Rund 1.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Kosovo werden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung für einige Monate in der Landesstelle untergebracht.

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